Sonderzone Spielstraße: Regeln für Kinder und Erwachsene

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Wer kennt sie nicht, die blauen Schilder mit den weißen Strichmännchen, die vor einem Auto im Hintergrund einen Ball hin- und her kicken Auf den ersten Blick scheint die Botschaft recht eindeutig: Vorsicht, hier spielen Kinder! Was aber steckt genau hinter diesem Zeichen? Laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) handelt es sich hierbei um eine „verkehrsberuhigte Zone“, umgangssprachlich auch „Spielstraße“ genannt. In Rheinmünster sind die Münsterstraße im Ortsteil Schwarzach sowie die Lammgasse und Straße Im Erlengrund im Ortsteil Stollhofen als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen

In diesem Bereich haben Fußgänger besondere Vorrechte, wohingegen strengere Einschränkungen für die übrigen Verkehrsteilnehmer gelten. Hier ein Überblick über die Regeln, die Sie in einer solchen Spielstraße berücksichtigen müssen.

Zum Verkehrsschild 3.251, das den Anfang einer Spielstraße markiert, listet die StVO insgesamt fünf Regeln auf:

  1. Wer ein Fahrzeug führt, muss mit Schrittgeschwindigkeit fahren.
  2. Wer ein Fahrzeug führt, darf den Fußgängerverkehr weder gefährden noch behindern; wenn nötig, muss gewartet werden.
  3. Wer zu Fuß geht, darf den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.
  4. Wer ein Fahrzeug führt, darf außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen nicht parken, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen und zum Be- oder Entladen.
  5. Wer zu Fuß geht, darf die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt.

Grundsätzlich zählt laut StVO alles als Fahrzeugverkehr, was Räder hat. Demnach betrifft die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit in Spielstraßen nicht nur Pkws, sondern auch:

  • Fahrräder
  • Motorräder
  • E-Bikes, E-Roller und E-Scooter in Deutschland

Dabei bedeutet „Schritttempo“ tatsächlich: Nicht schneller als 7 km/h fahren! Solche Fahrgeschwindigkeiten sind so niedrig, dass sie ein normales Tachometer gar nicht erfassen kann. Deshalb empfiehlt sich für Autofahrer, das Fahrzeug einfach im ersten Gang ohne Gas rollen zu lassen. Spielstraßen dürfen Sie also nicht mit Fußgängerzonen verwechseln, in denen lediglich ein Tempolimit von 30 km/h herrscht.

Darüber hinaus dürfen Sie andere Autos in einer Spielstraße nicht überholen. Ebenso haben Sie die Pflicht, anzuhalten und zu warten, wenn Fußgänger die Fahrbahn blockieren. Insgesamt ist in verkehrsberuhigten Bereichen also Geduld gefragt. Auch Fahrradfahrer sollten nicht zu schnell fahren, um etwaige Zusammenstöße mit spielenden Kindern zu vermeiden. Im Zweifelsfall steigen Sie am besten ab und schieben Ihr Rad.

Ein Verkehrsschild wird oftmals leicht übersehen. Doch gerade in Spielstraßen sollten Sie sich als Verkehrsteilnehmer gewissenhaft an die bestehenden Regeln halten. Auf eine Fahrbahn, die wie ausgestorben scheint, kann schon in der nächsten Sekunde ein unaufmerksames Kind gelaufen sein. Wenn Sie in solchen Momenten nicht in Schrittgeschwindigkeit fahren, wird es unter Umständen teuer.