Sitzbänke mit Rettungspunkten

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Sicherheit für Einwohner, Spaziergänger, Tagestouristen, Radwanderer

Wer entlang des Rheinufers unterwegs in Not gerät, kann oft nicht genau sagen, wo er sich befindet. Eine schwierige Situation, insbesondere für Rettungsdienste und Polizei. Entlang des Rheinufers zwischen Fähre „Drusus“ und Natorampe „Russenstraße“ sind die Wege lang, die Suche nach Notfallpatienten kann entsprechend viel Zeit kosten. Wertvolle Zeit, die mitunter von entscheidender Bedeutung sein kann.

Die Gemeindeverwaltung Rheinmünster hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr und der „Intergrierten Leitstelle Mittelbaden für den Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden“ alle Sitzbänke entlang der Gemarkungsgrenze mit besonderen Notfallschildern versehen. Liegenschaftsverwalter Manfred Birnesser hatte während eines Urlaubsaufenthalts in Norddeutschland solche Sitzbänke mit Rettungspunkten gesehen und vorgeschlagen, die dortigen Beispiele für die Sitzgelegenheiten auf der Dammkrone der Staustufe auf dem Gebiet der Gemeinde Rheinmünster zu übernehmen.
Dort unterhält die Gemeinde insgesamt 13 Sitzbänke. Sie stehen entlang des eigenen, elf Kilometer langen Rheinufers, welches sowohl Gemarkung–, Kreis–, Landes– als auch Bundesgrenze ist. Im Durchschnitt steht folglich im Abstand von rund neunhundert Metern eine Sitzgelegenheit und lädt Spaziergänger Radfahrer zu einer Rast mit Ausblick auf „Vater Rhein“, den Schiffsverkehr und das Geschehen auf dem elsässischen Rheinufer ein.

Auf einer rund elf Kilometer langen Strecke ist es schon wichtig, so Bürgermeister Helmut Pautler, dass in Notfällen ein möglichst genauer Standort abgegeben wird. Dann kann die Hilfeleistung wesentlich zielgenauer und ohne Umwege erfolgen. Schließlich ist die Dammkrone nicht an jeder Stelle von der rund 15 Meter tiefer gelegenen Kreisstraße aus zu erreichen. Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei müssen eine möglichst nahe gelegene Brücke über den Rheinseitengraben nutzen, und diese sind mitunter mehrere Kilometer voneinander entfernt, so Gemeindeoberhaupt Pautler. Außerdem sollten Wasserschutzpolizei und Umweltamt bei Unfallereignissen rasch wissen, an welcher Stelle beispielsweise Schadstoffe ins Wasser gelangt und gesehen wurden.

Liegenschaftsverwalter Manfred Birnesser hat aus diesen nachvollziehbaren Gründen mit einem einheimischen Unternehmen und in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr die Gestaltung der „Notfall–Rettungspunkte“ übernommen. Farblich voneinander abgesetzt wurden ein kurzer, verständlicher Schriftzug und Notfall-Telefonnummern abgedruckt. Selbstverständlich ist auch die wichtige „Ortsangabe“ enthalten. Wird diese der Rettungsleitstelle übermittelt, wissen deren Disponenten auf den Meter genau, von welcher Stelle der Notruf abgesetzt wurde und wo Hilfe zu leisten ist.

Die Beschilderung ist in die Rückenlehnen der Sitzbänke eingelassen, so dass weder Schrauben noch sonstige Befestigungspunkte zu sehen sind. Wichtig war dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Rheinmünster, Thomas Arnheiter, dass die Beschilderung auch durch Witterungseinflüsse nicht beschädigt und unleserlich werden kann. Sofern sich die Rettungspunkte an den Sitzbänken entlang des Rheinufers bewähren, ist beabsichtigt, die Rettungspunkte bei Bedarf auch auf andere gemeindliche Sitzgelegenheiten zu übertragen.

Foto: Ingebert Ruschmann

Für die Integrierte Leitstelle Mittelbaden und die Feuerwehr Rheinmünster stellen die Notfallinformationen an den Sitzbänken einen enormen Gewinn dar, so der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Rheinmünster, Thomas Arnheiter. Betroffene Personen können an der kleinen, aber übersichtlichen Informationstafel wichtige Hinweise ablesen und somit ein fundiertes und exaktes Meldebild an die Integrierte Leitstelle Mittelbaden abgeben. Denn mit der Qualität der Abgabe von Informationen des Anrufers in der Integierten Leitstelle steht und fällt n der Folge die Qualität des Einsatzverlaufes. Mit den Informationen zum Standort wie z.B. durch die Angabe des Rheinkilometers können die benötigten Rettungskräfte nicht nur zeitnah, sondern auch detailliert informiert werden. Diese wichtigen Informationen ermöglichen den Rettungskräften nicht nur eine zügige Anfahrt, sondern auch navigationstechnisch ein schnelles Auffinden der Einsatzstelle, was sich außerhalb geschlossener Ortschaften, ohne Straßennamen, immer etwas schwierig gestaltet, so Feuerwehrkommandant Thomas Arnheiter abschließend.