Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder weiht Info-Pavillon am Polder Söllingen/Greffern ein

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Infotafeln bieten übersichtliche Information für die interessierte Bevölkerung über vielfältige Themen rund um den Polderbetrieb

Der Polder Söllingen/Greffern ist einer von 13 Rückhalteräumen im Integrierten Rheinprogramm (IRP) des Landes Baden-Württemberg und einer von vier Rück-halteräumen im Regierungsbezirk Karlsruhe. Am Acherschöpfwerk im Ortsteil Greffern der Gemeinde Rheinmünster wurde heute ein Info-Pavillon mit sechs neuen Infotafeln durch Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Bürgermeis-ter Helmut Pautler feierlich eingeweiht.

Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Radfahrende entlang des Polder-Infopfads können sich ab jetzt, an den neuen Infotafeln des Info-Pavillons über den Polder Söllingen/Greffern sowie das Integrierte Rheinprogramm informieren.

„Immer wieder gibt es Fragen der Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Funktionsweise von Rückhalteräumen am Rhein: Wie funktioniert so ein Polder eigentlich? Was bringt er? Welche Bedeutung haben die ökologischen Flutungen? Es ist uns wichtig, hierzu gute Informationen anzubieten, damit sich Interessierte einen Einblick in diese technisch anspruchsvollen und ökologisch wohl abgewogenen Projekte verschaffen können“, so Regierungspräsidentin Fel-der. „Die Planung, der Bau und der Betrieb dieser für den Hochwasserschutz am Rhein so wichtigen IRP Rückhalteräume, kann nur im Geiste und im Bewusst-sein einer Solidargemeinschaft von Ober- und Unterliegern gelingen. Auch hier-bei kann der Info-Pavillon einen Beitrag leisten“, so Felder weiter.

Bürgermeister Pautler betont die Bedeutung des Projekts für die Region und die Gemeinde Rheinmünster:

„Die Hochwasserschutzeinrichtung wurde seit Fertigstellung vor über zwanzig Jahren fester Bestandteil des Landschaftsbildes auf Gemarkung Rheinmünster. Mit dem Polder Söllingen/Greffern entstanden unmittelbar neben der kanalisierten, sozusagen eingesperrten Bundeswasserstraße großzügig bemessene Flächen, welche die Bezeichnung „Rheinauen“ tatsächlich verdienen. Denn im Zuge des Rheinstaus waren diese Bereiche vom Rheinstrom abgeschnitten. Feuchtwiesen und nasse Wälder sind sprichwörtlich trockengefallen. Die hochwasserbedingte Grundlage für das frühere, vielfältige Leben war verloren. Das hat sich verändert. Die vier Teilpolder durchzieht nun ein ausgeklügeltes Fließgewässersytem. Verlandete Altrheinarme, ausgetrocknete Schluten, ehemals sauerstoffarme Baggerseen sind eingebunden und werden durchströmt. Kleine und große ökologischen Flutungen, und nicht zuletzt der sogenannte Volleinstau unterstützten und beschleunigten die natürliche Entwicklung. Sie sorgten für eine überraschend schnelle Wiederherstellung der auentypischen Strukturen.“

Dies betrifft die sich seither gebildete, vielfältige Pflanzen- und Tierwelt auf und unter dem sich häufig veränderndem Wasserspiegelstand. Uferzonen, Lichtungen, Weich- und Hartholzbestände auf leicht erhöht gelegenen Kiesrücken bieten Lebensgrundlagen, wie sie vor der Rheinregulierung anzutreffen waren.

„Wichtig für die Gemeinde, die bisherigen Nutzungsmöglichkeiten haben sich zwar verändert, blieben jedoch bestehen, haben sich in weiten Teilen sogar verbessert. Beispielsweise für Fischerei, Freizeitsport und Erholungssuchende“, so Pautler.

Bürgermeister Helmut Pautler hebt auch den angrenzenden Polder-Infopfad hervor:

„Auf Vorschlag der Gemeinde entstand, mit nachhaltiger Unterstützung der damaligen Regierungspräsidenten Gerlinde Hämmerle, der erste deutsche Polder-Infopfad. Mittlerweile wurde er vielfach nachgebaut. Zu Recht, denn er ist ein Erfolgsmodell. Er stellt die Bedeutung und den vielfältigen Nutzen des über 560 Hektar großen Bauwerks „Hochwasserrückhaltung“ verständlich dar.“

Der nun eigenweihte Pavillon entlang des Polder-Infopfads informiert anschaulich und aktuell über verschiedene Themen:

  • Die Historie der Rheinkorrektion: Der Rhein im Laufe der Zeit
  • Rahmen und Bedeutung des Projekts im Integrierten Rheinprogramm
  • Lage und Betriebsweise des Polders Söllingen/Greffern
  • Aufbau und Funktion des Acherschöpfwerks
  • und das Vorgehen zum ökologischen Monitoring im Zuge des Polderbetriebs

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, den Pavillon zu besuchen.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie im Beteiligungsportal auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe unter https://rp.baden-wuerttem-berg.de/rpk/ > Beteiligungsportal > Service > Integriertes Rheinprogramm (Rückhalteräume) > Polder Söllingen/Greffern
Direkter Link: https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/wasserboden/irp/sei-ten/soellingen-greffern/

Dort sind die neuen Informationstafeln auch in digitaler Form eingestellt.

 

Hintergrund:
Im Jahr 2005 wurde der Polder eingeweiht und offiziell in Betrieb genommen.
Seit 2006 gibt es bereits einen sogenannten Polderinfopfad mit zwei Rundwegen und diversen dezentral verteilten Infotafeln. Bereits vor zwei Jahren wurde der Info-Pavillon errichtet, pandemiebedingt war eine offizielle Eröffnung noch nicht möglich. Mit der Einweihung hat er nun die 6 Informationstafeln erhalten, anhand derer sich Interessierte über die Betriebsweise des Polders und seine Einbindung ins Integrierte Rheinprogramm informieren können.

Der Info-Pavillon reiht sich ein in eine Reihe gleichartiger Pavillons, die in verschiedenen Rückhalteräumen des Integrierten Rheinprogramms u.a. in den Poldern in Weil-Breisach sowie Kulturwehr Breisach bereits errichtet wurden und ist damit auch ein verbindendes Element zu den Kommunen im Regierungsbezirk Freiburg, die ebenfalls bereits ihren Beitrag zum Hochwasserschutz am Rhein geleistet haben.


v.l.n.r. Bürgermeister Helmut Pautler, Rheinmünster, Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Betriebsleiter Volker Staudacker bei der Einweihung des Info-Pavillons am Polder Söllingne/Greffern
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v.l.n.r. Volker Staudacker, Betriebsleiter des Polders Söllingen/Greffern, Bürgermeister Helmut Pautler, Rheinmünster, Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Jürgen Kiefer, Architekt des Info-Pavillons Söllingen/Greffern
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