Die Störche „Rheini“ und „Münsti“ tragen den Namen ihrer Heimatgemeinde hinaus in die große weite Welt

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„Rheini“ und „Münsti“ mit Bürgermeister Helmut Pautler und Elke Henschel; Foto: Jutta Kastner

Als ehrenamtlicher Weißstorchbetreuerin versorgt Elke Henschel, in ihrer Freizeit 42 Horste im südlichen Landkreis Rastatt. Die Horste stehen in Baden-Baden/Steinbach, Leiberstung, Bühl, Ottersweier, Lichtenau, und Rheinmünster. Sie beringt im Auftrag der Vogelwarte Radolfszell gemeinsam mit weiteren Unterstützern vor Ort im ersten Jahr ihrer Tätigkeit bis zu 40 Jungstörche.

In diesem Jahr ergab sich zusätzlich die Möglichkeit, vier Jungstörche mit Sendern auszustatten. Diese Tiere werden Teil eines Forschungsprojektes vom Max Planck-Institut für Verhaltensforschung. Dafür wurden zwei Störche ausgewählt, die in Rheinmünster aus dem Ei geschlüpft sind.

Dr. Wolfgang Fiedler aus Radolfzell (Vogelwarte Radolfzell Max-Plank-Institut) ist extra angereist, um die Störche zu besendern. Dabei werden die beiden Störche, die in der Bannstraße geboren sind, ausgehorstet und auf dem Boden gewogen. Schnabellänge, Schnabelbreite und die Tarsus–Länge (Knochenlänge zwischen Kniegelenk und Fußgelenk) werden gemessen. Außerdem wird eine Brustfeder entnommen, die nun genetisch untersucht wird, um das Geschlecht festzustellen.

Nachdem die Störche besendert und beringt waren, ging es mit der Drehleiter der Wehr aus Rheinmünster wieder zurück in den Horst. Ein herzliches Dankeschön an das Engagement der Feuerwehr von Rheinmünster.

Die beiden Störche, die je einen Sender tragen, teilen sich jetzt den Namen ihres Geburtsortes.

Dr Wolfgang Fiedler beim am Anlegen von dem Sender, Foto: Elke Henschel

Zweimal täglich senden „Rheini“ und „Münsti“ nun GPS-Daten an den Satellit Ikarus. Mit der kostenlosen App Animal Tracker kann man die Flugroute verfolgen.

„Rheini“ hat die Ringnummer DER A6W 71 und Münsti DER A6W 86.

Wir wünschen den beiden einen guten Flug und freuen uns den Weg der beiden ein Stück zu begleiten.

Auf der Gemarkung von Rheinmünster brüten 18 Brutpaare mit insgesamt 30 Jungstörchen. Im Ortsteil Stollhofen gibt es eine rekordverdächtige Anzahl von elf (!) Storchennestern. Die Steigerung der Anzahl der Horste und der Störche bereitet der Gemeindeverwaltung zunehmend Sorgen. Zum einen sind manche Horst-Standorte sehr nah beieinander. Zum anderen kann diese Entwicklung auch das natürliche Gleichgewicht beeinflussen. Stichwort: Nahrungsbeschaffung und deren Zusammensetzung.