Bürgerfragestunde – Glasfaserversorgung

Veröffentlicht am

Reges Interesse, mehrere Fragen

Corona-konform verhielten sich die Besucherinnen und Besucher, welche die öffentliche Gemeinderatssitzung am Montag, 12. April 2021 nutzten, um ihr Anliegen in Frageform sowohl den Ratsmitgliedern als auch der Verwaltung vorzutragen.

Mit dem erforderlichen Abstand untereinander und medizinischer Schutzmaske ausgestattet, fragte ein Familienvater aus dem Ortsteil Greffern, wie hoch die voraussichtlichen Kosten für die Glasfaserverlegung sind, wer einen kostenlosen Anschluss erhalten kann und wie lange der Ausbau dauert. Zudem erkundigte er sich nach einer Mindestteilnehmerzahl und nach dem Unterschied zur Versorgung in der südlich gelegenen Nachbarkommune.

Als Vorsitzender des Gemeinderates teilte Bürgermeister Helmut Pautler mit, dass die Kosten für die Glasfaserversorgung vollständig von dem privaten Investor „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) übernommen werden. Sowohl anschlusswillige Haushalte, als auch die Gemeinde haben hier keine Aufwendungen. Verlegt wird in allen Ortsteilen außer dem Baden-Airpark, denn dort wurde bereits ein Glasfasernetz aufgebaut, um die rund 140 Unternehmen anzuschließen. Der Ausbau durch die UGG dauert voraussichtlich neun bis zwölf Monate. Eine Mindestteilnehmerzahl gibt es nicht. Der Unterschied zum Modell der Nachbarkommune besteht darin, dass UGG privates Kapital investiert. Die UGG ist ein gemeinsames Unternehmen, gegründet von dem ursprünglich spanischen Telekommunikationsunternehmen Telefónica und der deutschen Allianz. In Spanien hat Telefónica bereits 23 Millionen Haushalte an das dortige Glasfasernetz angeschlossen. Die deutsche Allianz bringt als Einlage über sechs Milliarden Euro in deutsche Glasfasernetze.

Ein weiterer Fragesteller, Familienvater mit Wohnsitz im Ortsteil Schwarzach, wandte sich an die Verwaltung und fragte nach, welche Aufwendungen die Gemeinde schultern müsste, sofern sie das Glasfasernetz selbst ausbauen würde. Bürgermeister Helmut Pautler teilte mit, dass die Gemeinde schätzungsweise Aufwendungen in Höhe von sechs Millionen Euro schultern müsste. Abzüglich von Zuschüssen durch Bund bzw. Land wäre ein Nettobetrag von rund zwei Millionen Euro zu finanzieren. Dies sind Zahlen vergleichbarer Nachbargemeinden. Außerdem müssten anschlusswillige Haushalte für die Anschlusskosten aufkommen. In vergleichbaren Nachbargemeinden werden 750 Euro je Haushalt fällig. Dabei gilt es zu bedenken, dass auch dieser Betrag subventioniert ist. Die eigentlichen Hausanschlusskosten liegen zwischen 1.200 und 2.000 Euro je nach Verlegestrecke zwischen Straße und Wohngebäude. So gesehen blieben rund zwei Millionen Euro, welche die Gemeinde über Kredite fremdfinanzieren müsste, um in zwanzig Jahren ein eigenes Netz zu haben. Dieses muss jedoch gewartet werden, instandgesetzt, erweitert und ständig auf den neuesten Stand der Technik gehalten werden.

Stellenwert Glasfasernetz für Schulbildung

Die Rektoren/innen der Grundschule Greffern, Grundschule Rheinmünster und Realschule Rheinmünster haben sich mit einem gemeinsamen Schreiben an Gemeinderat und Verwaltung gewandt und auf die Bedeutung der Glasfaserversorgung für das Bildungssystem in der Gemeinde Rheinmünster aufmerksam gemacht.

…zum Beitrag “Verlegung von Glasfaser an die Schulen”